Crypto Coins: “Pump-and-Dump” Gruppen im Telegram Messenger

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Im bekannten Hollywood-Streifen Wolf of Wallstreet kann man sehr anschaulich sehen, wie man mit gezielten “Pump-and-Dump” Strategien zu großem Reichtum gelangen kann. Im Kinofilm treibt die Firma “Stratton Oakmont” mit ihrem Gründer Jordan Belfort, genial gespielt von Leonardo DiCaprio, Aktienkurse von Pennystock-Firmen nach oben, an denen sie die Mehrheit besitzt. Durch den künstlichen Preisanstieg können die vorher sehr günstig gekauften Aktien gewinnbringend verkauft werden.

Ein sehr ähnliches Phänomen ist zur Zeit im Netz live zu beobachten. Der Messenger Telegram hat sich mittlerweile zum Eldorado der Crypto-Gemeinde entwickelt. Mit einer kurzen Google Suche findet man schnell Gruppen, in denen “Pump-und-Dump” Strategien bei Coins, die eine relativ niedrige Marktkapitalisation haben, sehr erfolgreich ausgeführt werden. Das Ganze funktioniert in etwa so:

  1. Man meldet sich in der Gruppe an. Meist kann man in den Gruppen nur lesen, nicht schreiben
  2. Als nächstes wartet man auf die Ankündigung, wann der Pump genau stattfindet. In der Gruppe wird nur der Termin angekündigt und die Exchange, in der man die Coin beziehen kann, aber nicht um welche Coin es sich genau handelt
  3. Jetzt kommt die Zeit des Wartens, hier die Gruppencommunity “heiß” gemacht auf den kommenden “Pump”
  4. Wenn es dann endlich so weit ist, wird endlich die Coin bekannt gegeben und zum “Pump” aufgefordert, also zum Kauf der Coins
  5. Das ist der Zeitpunkt, an dem sich der Erfolg der Strategie zeigt: 100-1000% Zuwachs in den Fällen, die wir beobachtet haben, weil viele in der Gruppe mit ihren angelegten Accounts die Coin kaufen
  6. In der Gruppe wird jetzt dazu aufgerufen nicht zu verkaufen, sondern über soziale Medien und Netzwerke weitere Käufer, die bislang nicht in der Gruppe waren, zum Einstieg in die Coin aufzurufen, die dann den Preis noch weiter treiben

Das Beispiel der “Pump-und-Dump” Gruppen zeigt wie manipulierbar Coin Preise momentan noch sind. Es bleibt abzuwarten, wie der Gesetzgeber auf diese Entwicklungen reagiert. Fraglich ist, ob es überhaupt möglich ist diese Praxis zu unterbinden.

Hier das Beispiel der Coin Bitgem (BTG):

Chart of Bitgem

Der dazugehörige Chartverlauf:

Chart of Bitgem

Besonderes elektronisches Anwaltspostfach (beA) enttäuscht

Digitale Sicherheit ist schwer. Das musste jetzt auch die Bundesrechtsanwaltskammer feststellen. Nachdem bekannt wurde das beim besonderen elektronischen Anwaltspostfach geschlampt wurde, breitet sich jetzt die Vertrauenskrise aus.

Kann man denn der Architektur an sich vertrauen?

Oft ist es ein “Wasch mich, aber mach mich nicht nass”. Die Kommunikation soll vertrauensvoll ablaufen, aber sie soll ganz einfach zu bedienen sein. Wenn der Anwalt die Chipkarte verliert oder das Passwort vergisst, so soll er natürlich weiterhin an seine Post kommen. Und die Urlaubsvertretung soll natürlich auch bequem dort weiter machen können wo die Kollegin aufgehört hat. Und wenn es um die Staatssicherheit geht, darf sowieso nichts vertraulich bleiben. Und so landet ein weiteres IT-Projekt im Chaos.

Apple führt die elektronische Patientenakte für das iPhone ein

In der neusten Version von Apple’s iPhone Betriebssystem 11.3 führt Apple eine elektronische Patientenakte ein. Diese ist in der “Health” App integriert. Die Akte soll medizinische Daten des Nutzers aus verschiedenen Quellen der Gesundheitsversorgung wie Krankhäusern, Ärzte und Apotheken zusammenführen und übersichtlich darstellen. Apple’s Chief Operating Officer sagt dazu in einem Interview: “Ich finde es sehr erstaunlich, dass man sofort und jederzeit auf seine gesamten Finanzdaten wie Kreditkartenabrechnungen in jedem Detail zugreifen kann, aber nicht auf seine eigenen Gesundheitsdaten, die ja viel wichtiger sind. Wir wollen die Patienten befähigen ihre eigenen Gesundheitsdaten jederzeit im Zugriff zu haben”. Die Daten der Patienten sind verschlüsselt und auf den Geräten selbst gespeichert, nicht in der Cloud, betont Apple.

Natürlich müssen Kliniken und Ärzte dieses neue Feature unterstützen. Es ist zu erwarten, dass der Einsatz der Akte auf absehbare Zeit auf die USA beschränkt bleiben wird.

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